Der Mai 2026 war kein geradliniger Monat. Er war ein Monat voller Umwege – und jeder einzelne davon hat mir gezeigt, wo ich wirklich stehe, was ich wirklich will und wohin ich wirklich gehe.
Eine Datenbank, unwiderruflich gelöscht. Konflikte zu Hause. Ein Magazin-Gespräch, das mehr bewegte als erwartet. Und eine Community-Idee, die langsam Form annimmt.
Umwege erhöhen die Ortskenntnis. Das war mein Mai.
Der unfreiwillige Website-Relaunch – und was er möglich gemacht hat
Es begann mit einem unachtsamen Moment. Kurz nach einer emotionalen Diskussion mit meiner Mutter habe ich die falsche Datenbank bei meinem Hoster gelöscht. Unwiderruflich. Ohne aktuelles Backup.
Zwei Sekunden Schock. Dann Akzeptanz. Dann: Ärmel hoch.
Fast 50 Blogbeiträge aus den letzten zwei Jahren sind weg. Die Monats- und Jahresrückblicke, die mir selbst so viel bedeutet haben – weg. Das schmerzt. Ich gestehe mir diesen Schmerz zu.
Und gleichzeitig weiß ich: Alles, was uns geschieht, ist für irgendetwas gut. Das ist keine Durchhalteparole. Das ist eine Erkenntnis, die ich mir in den letzten Jahren hart erarbeitet habe.
Was der unfreiwillige Neustart möglich gemacht hat: Mein neues Branding – das, das seit meiner Neuorientierung zur Peer-Mentorin entstanden ist – zieht sich jetzt auch komplett durch meine Website. Das Divi-Theme, welches ich nutze, hat im letzten halben Jahr ein großes Update bekommen. Einfacher, schneller, schöner. Mit der neuen Website-Struktur und dem neuen Design bin ich mehr als zufrieden.
Genauso hatte ich zuletzt zwei kostenlose PDFs, die sich hervorragend ergänzt hatten. Ich hatte bisher nur nie die Muse gehabt, diese in einem Bundle zusammenzuführen Daher habe ich den ungeplanten Relaunch meiner Website auch dazu genutzt, meine Angebote neu zu strukturieren. In dem Punkt hat mir der Relaunch definitiv auch Klarheit über mein eigenes Angebot geschenkt.
Auch wenn der Verlust der knapp 50 Beiträge schmerzt: Die positiven Aspekte überwiegen dennoch.
Meine "Anker im Alltag"-Community-Idee nimmt Form an
Schon im April hatte ich die erste Idee skizziert. Im Mai habe ich das Konzept ernsthaft ausgearbeitet – und in meine Community getragen. Die Resonanz war eindeutig: Diese Idee wird gebraucht.
Was ich aufbaue, ist eine digitale, sichere und Social-Media-unabhängige Plattform für Menschen mit psychischen Erkrankungen. Ein Ort, der die lange Wartezeit auf einen Therapieplatz nicht als Leere stehen lässt – sondern als Raum für erste Stabilität im Alltag nutzt.
Kein Facebook. Kein Gedränge von Algorithmen. Kein Risiko, dumme Kommentare oder Ablehnung zu erleben, wie es in vielen Selbsthilfegruppen leider Realität ist.
Stattdessen: ein Safe Space. Begleitet von Peers und Experten zu Alltagsthemen, die neben der Depression zusätzlich erdrückend sein können – Finanzen, Beruf und Wiedereingliederung, Beziehungen und Kommunikation. Eine Mischung aus Selbsthilfe- und Lern-Community, in der vertrauensvoller Zugang zu anderen Menschen möglich wird.
Kein Ersatz für Therapie. Eine Ergänzung – für die Zeit, in der Therapie noch nicht erreichbar ist.
Der Launch ist für Herbst 2026 geplant. Ich freue mich auf das, was entsteht.
Ich werde langsam sichtbar: Wenn die eigene Geschichte andere bewegt
Evi Miller hat auf ihrem Instagram Account das spannende Format "Eine Frage, 3 Perspektiven" ins Leben gerufen, bei dem sie mit jeweils zwei weiteren Betroffenen von psychischen Erkrankungen aufzeigt, dass jeder Betroffene bzw. im Prinzip sogar jeder Mensch eine komplett eigene Perspektive hat. Mitte Mai durfte ich meine Perspektive zu der Frage "Was bleibt, auch wenn es dir besser geht?" teilen. Meine Antwort auf diese spannende Frage, findest du in diesem Post auf Instagram.
Eine weitere Möglichkeit für die Sichtbarkeit meiner Arbeit entsteht seit Ende Oktober 2025. Ein Kontakt aus meinem Netzwerk hatte mir die Verbindung zur Inhaberin des Online-Magazins „Good News for You“ ermöglicht. In der letzten Woche des Monats haben wir endlich telefoniert.
Ich habe das Gespräch während eines Spaziergangs an der Ruhr geführt. Spontan, aus einem Impuls heraus. Und in Bewegung zu sein hat genau das getan, was ich gebraucht habe: Raum halten für das, was das Gespräch hochgebracht hat.
Denn es hat einiges hochgebracht. Dinge, die ich danach erst einmal sacken lassen musste. Und gleichzeitig hat es etwas bestätigt, das ich tief in mir weiß – und das ich manchmal trotzdem noch brauche, um es von außen zu hören.
„Bei uns im Magazin geht es ja um Geschichten, aus denen etwas Gutes entsteht. Und bei dir ist es, dass du trotz all der Krisen in deinem Leben das Gute siehst.“ Dieser Satz ist hängengeblieben. Er widerspiegelt genau das, was mein Motto im Leben und Business trägt: Aus der Krise. In die Kraft.
Wahrscheinlich schon im Juni erscheint ein Artikel über mich, meine Arbeit als Peer-Mentorin und meine geplante Community. Ich nehme das mit Dankbarkeit an – und mit dem Bewusstsein, dass Sichtbarkeit kein Selbstzweck ist. Sie ist der Weg, um andere Menschen zu erreichen, die noch mitten in ihrer Krise stecken.
Grenzen ziehen – und ein nächster nötiger Schritt
Seit meiner Rückkehr aus dem Ausland im November 2024 wohne ich bei meiner Mutter auf der Couch. Was nach der Krise notwendig und richtig war, zeigt mir der Mai deutlich: Es ist Zeit für Veränderung.
Im Mai gab es immer wieder Konflikte. Nicht weil ich meine Mutter nicht mag – sondern weil ich mich, meine psychische und mentale Gesundheit und meine Arbeit als Peer-Mentorin konsequent an die erste Stelle setze. Das ist neu für mich. Und es reibt sich manchmal mit dem Umfeld, in dem ich gerade lebe.
Ich nehme wahr: Ich brauche eigene Räume, um mich vollständig entfalten zu können. Um meine Arbeit wachsen zu lassen. Um ich selbst zu sein.
Die Wohnungssuche steht ab jetzt ganz oben auf meiner Prioritätenliste.
Mein Ausblick auf Juni 2026
Sichtbarkeit weiter ausbauen. Der bevorstehende Magazin-Artikel treibt mich an – und er erinnert mich daran, warum ich das alles tue: um anderen Menschen zu zeigen, dass es einen Weg aus der Depression gibt. Mit meiner Geschichte. Ehrlich, ungeschminkt, real.
Die Community weiter aufbauen. Im Juni liegt der Fokus auf den ersten Experten und Peers, die ich über mein bestehendes Netzwerk gewinnen möchte. Der Launch ist für Oktober oder November 2026 geplant.
Aktiv auf Wohnungssuche gehen. Mein Ziel: am 1. August, spätestens 1. September in einer eigenen Wohnung. Ich weiß, dass ich das jetzt brauche – für mich, für meine Gesundheit, für mein Business.
Und: Ich arbeite im Hintergrund an zwei Journalen, die an meinem PDF-Guide ansetzen. Eines davon möchte ich im Juni veröffentlichen.
Umwege erhöhen die Ortskenntnis. Ich weiß jetzt genauer als je zuvor, wo ich bin – und wohin ich will.












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