100 Dinge, auf die ich stolz bin

Veröffentlicht am 26. Juli 2026

Aktualisiert am 26. Juli 2026

100 Dinge auf die ich stolz bin

Ich freue mich sehr mit diesem Beitrag Teil der Blogparade „100 Dinge, auf die ich stolz bin“ von Lorena Hoormann zu sein. Als ich den Aufruf gelesen habe, hat er sofort etwas in mir bewegt. Nicht, weil mir direkt 100 Dinge eingefallen wären, sondern weil mir bewusst wurde, wie ungewohnt es für mich noch immer ist, über Stolz zu sprechen. Genau deshalb hat dieser Beitrag für mich eine besondere Bedeutung: Er ist kein bloßes Auflisten, sondern ein bewusstes Innehalten und ein liebevoller Blick zurück auf meinen Weg.

Stolz – ein Gefühl, das ich erst lernen musste

Wenn mir vor zehn Jahren jemand gesagt hätte, ich solle 100 Dinge aufschreiben, auf die ich stolz bin, hätte ich wahrscheinlich gelacht. Oder geweint. Vermutlich beides. Ich war damals Expertin darin, meine Fehler zu sehen. Ich wusste genau, was ich alles nicht konnte, wo ich versagt hatte und warum andere scheinbar besser waren als ich.

Stolz? Das fühlte sich wie etwas an, das nur anderen Menschen zustand.

Heute weiß ich, dass Stolz nichts mit Überheblichkeit zu tun hat. Stolz bedeutet, den eigenen Weg anzuerkennen. Auch wenn er steinig war. Auch wenn man zwischendurch nicht mehr weiterwusste. Und genau deshalb möchte ich heute diese Liste schreiben.

Nicht, weil mein Leben perfekt war. Sondern weil ich gelernt habe, dass gerade die schwersten Kapitel mich zu dem Menschen gemacht haben, der ich heute bin.

Vielleicht kennst du mich als Peer-Mentorin oder Bloggerin. Vielleicht kennst du aber nicht den Weg dorthin. Dieser Artikel ist deshalb viel mehr als eine Liste. Er ist eine kleine Reise durch mein Leben.

Mein Heilungsweg

Es gab Zeiten, in denen ich nicht geglaubt habe, dass ich einmal so einen Artikel schreiben würde. Depressionen und die Diagnose einer kombinierten Persönlichkeitsstörung haben mein Leben viele Jahre geprägt. Mehrere Suizidversuche gehörten ebenfalls zu meiner Geschichte.

Heute gehören sie zu meiner Vergangenheit – nicht, weil ich sie vergessen habe, sondern weil ich beschlossen habe, ihnen nicht mehr die Macht über mein Leben zu geben.

Ich bin stolz darauf, dass ich…

  1. heute noch hier bin.
  2. den Kreislauf meiner Suizidversuche durchbrochen habe.
  3. niemals ganz aufgehört habe, an Hoffnung zu glauben.
  4. Hilfe angenommen habe.
  5. Therapie zugelassen habe.
  6. mich meinen Diagnosen gestellt habe.
  7. mich heute nicht mehr über meine Diagnosen definiere.
  8. gelernt habe, Gefühle auszuhalten.
  9. verstanden habe, dass Heilung kein gerader Weg ist.
  10. mir selbst vergeben habe.
  11. achtsamer mit mir umgehe.
  12. Rückschritte nicht mehr als Scheitern sehe.
  13. heute liebevoller mit mir spreche.
  14. gelernt habe, Hilfe anzunehmen, ohne mich schwach zu fühlen.
  15. jeden Tag weitergehe.

Persönliche Entwicklung

Meine persönliche Entwicklung war kein gerader Weg, sondern ein Prozess voller Erkenntnisse, Umwege und innerem Wachstum. Viele dieser Veränderungen habe ich erst rückblickend wirklich verstanden. Heute sehe ich, wie sehr ich daran gewachsen bin.

Ich bin stolz auf mich, ...

  1. weil ich meine eigenen Werte kenne.
  2. weil ich Nein sagen gelernt habe.
  3. weil ich heute klare Grenzen setze.
  4. weil ich meiner Intuition vertraue.
  5. weil ich authentischer geworden bin.
  6. weil ich nicht mehr perfekt sein muss.
  7. weil ich Geduld mit mir selbst gelernt habe.
  8. weil ich mir Fehler erlauben kann.
  9. weil ich mich verändern darf.
  10. weil ich jeden Tag dazulerne.
  11. weil ich mich regelmäßig hinterfrage.
  12. weil ich an Herausforderungen wachse.
  13. weil ich Verantwortung für mein Leben übernehme.
  14. weil ich mich immer weniger mit anderen vergleiche.
  15. weil ich die Frau geworden bin, die ich heute bin.

Mein beruflicher Weg

Mein Lebenslauf sieht wahrscheinlich anders aus als viele andere. Nachdem ich meine Ausbildung zur Köchin mehrfach abgebrochen habe, bin ich ungeplant in die Selbstständigkeit gerutscht. Ich habe im Bandmanagement gearbeitet, später Webseiten gestaltet und mich im Oktober 2025 schließlich entschieden, meiner eigentlichen Berufung zu folgen.

Heute begleite ich Menschen als Peer-Mentorin. Wenn ich zurückblicke, erkenne ich, dass jeder einzelne Abschnitt wichtig war.

Ich bin stolz auf mich, ...

  1. weil ich den Schritt in die Selbstständigkeit gewagt habe.
  2. weil ich Künstler im Bandmanagement begleitet habe.
  3. weil ich hinter die Kulissen der Musikbranche schauen durfte.
  4. weil ich mich als Webdesignerin selbstständig gemacht habe.
  5. weil ich mir viele Fähigkeiten für meine Selbstständigkeit selbst beigebracht habe.
  6. weil ich unzählige Probleme gelöst habe, von denen ich früher nicht einmal wusste, dass sie existieren.
  7. weil ich meinen Blog aufgebaut habe.
  8. weil ich über psychische Gesundheit schreibe.
  9. weil ich heute Themen sichtbar mache, über die viele schweigen.
  10. weil ich heute Menschen als Peer-Mentorin begleite.
  11. weil ich meine Berufung gefunden habe.
  12. weil ich Menschen Hoffnung schenken darf.
  13. weil ich heute einer Tätigkeit nachgehe, die mir einen tieferen Sinn verleiht.
  14. weil ich mich mehrfach neu orientiert habe..
  15. weil ich gelernt habe, meinem Herzen und meiner Intuition zu folgen.

Freiheit, Reisen und Neuanfänge

Eine Zeit lang lebte ich als Digitale Nomadin. Von außen wirkte das wie pure Freiheit, doch für mich war es vor allem eine intensive Phase des persönlichen Wachstums. Ich habe gelernt, alleine zurechtzukommen, Entscheidungen eigenständig zu treffen und mir selbst wirklich zu vertrauen.

Ich bin stolz darauf, dass ich…

  1. alleine ins Ausland gegangen bin.
  2. fast vier Jahre als Digitale Nomadin gelebt habe.
  3. mich immer wieder auf neue Orte eingelassen habe.
  4. neue Kulturen kennenlernen durfte.
  5. gelernt habe, flexibel zu sein.
  6. mir selbst vertrauen gelernt habe.
  7. Herausforderungen alleine gemeistert habe.
  8. immer wieder neu angefangen habe.
  9. den Mut hatte, mitten in einer Krise nach Deutschland zurückzukehren.
  10. erkannt habe, dass Zurückkommen kein Scheitern ist.
  11. loslassen durfte.
  12. ankommen durfte.
  13. meinen Platz neu gefunden habe.
  14. meinem eigenen Weg vertraue.
  15. heute weiß, dass Heimat mehr ist als ein Ort.

Beziehungen und Mitgefühl

Meine Vergangenheit hat mich sehr deutlich gelehrt, wie wertvoll echte und ehrliche Verbindungen sind. Ich habe gelernt, dass Beziehungen nicht selbstverständlich sind und dass sie nur dann gut tun, wenn sie auf Gegenseitigkeit, Respekt und Echtheit beruhen. Heute gehe ich bewusster damit um, wem ich mich öffne und wie ich anderen begegne.

Ich bin stolz darauf, dass …

  1. Ich Menschen wirklich zuhören kann.
  2. Ich anderen auf Augenhöhe begegne.
  3. Ich weniger urteile als früher.
  4. Ich Mitgefühl für andere empfinden kann.
  5. Ich gelernt habe, auch mir selbst Mitgefühl zu schenken.
  6. Ich ungesunde Beziehungen heute schneller erkenne.
  7. Ich meine Energie bewusst schütze.
  8. Ich Menschen loslassen darf, wenn sie mir nicht guttun.
  9. Ich mich über ehrliche Begegnungen wirklich freuen kann.
  10. Ich mich immer authentischer zeige.

Selbstreflexion und innere Ausrichtung

Ein wichtiger Teil meines Weges war es, mich selbst wirklich kennenzulernen und mir dabei ehrlich zu begegnen. Dieser Prozess hat mir geholfen, mich nicht nur über meine Vergangenheit zu definieren, sondern auch über das, was ich heute bewusst wähle. Ich habe gelernt, dass Wachstum oft in der Stille beginnt.

Ich bin stolz auf mich, weil...

  1. ich Journaling für mich entdeckt und lieben gelernt habe.
  2. ich regelmäßig meine Gedanken aufschreibe.
  3. ich mich mit verschiedenen Formen von Selbstreflexion und Persönlichkeitsentwicklung beschäftige.
  4. ich mich für Themen interessiere, die mir helfen, mich selbst besser zu verstehen.
  5. ich mich mit unterschiedlichen spirituellen und weltanschaulichen Perspektiven auseinandersetze.
  6. ich meiner Intuition vertraue und sie ernst nehme.
  7. ich Stille genießen und aushalten kann.
  8. ich mein Leben regelmäßig reflektiere.
  9. ich mich ständig weiterentwickle.
  10. ich meinen ganz eigenen Weg gehe – unabhängig davon, was andere für richtig halten.

Die kleinen Dinge

Manchmal sind es gerade die kleinen Dinge, die den größten Unterschied machen. Dinge, die im Alltag oft unscheinbar wirken, aber rückblickend so viel über unser Leben erzählen. Genau diese Momente möchte ich hier sammeln.

Ich bin stolz auf mich, weil…

  1. ich morgens gerne aufstehe.
  2. ich über mich selbst lachen kann.
  3. ich mir Zeit nehme, einen Kaffee in Ruhe zu genießen.
  4. ich mich über Sonnenaufgänge freue.
  5. ich kleine Erfolge bewusst feiere.
  6. ich mir Zeit für mich selbst nehme.
  7. ich dankbar bin für das, was ich habe.
  8. ich meinen Humor auch in schwierigen Zeiten nicht verliere.
  9. ich an Veränderung glaube.
  10. ich mich heute auf die Zukunft freue.

Wenn ich auf mein Leben zurückblicke, sehe ich viele große und kleine Momente, die mich geprägt haben. Manche davon waren leicht, viele jedoch herausfordernd – und einige haben mich an meine absoluten Grenzen gebracht.
Doch genau diese Erfahrungen haben mich geformt und mir gezeigt, wie weit ich gekommen bin. Heute kann ich sie mit einem Gefühl betrachten, das mir lange gefehlt hat: Stolz.
Genau diese Gedanken möchte ich hier mit dir teilen.

Worauf ich heute am meisten stolz bin

Ich bin stolz auf mich, weil…

  1. ich mehr bin als meine Vergangenheit.
  2. ich mehr bin als meine Diagnosen.
  3. ich aus meinem Schmerz etwas Sinnvolles gemacht habe.
  4. ich anderen Menschen heute Hoffnung schenken darf.
  5. ich die Frau geworden bin, die ich früher selbst gebraucht hätte.
  6. ich mutiger bin, als ich jemals gedacht hätte.
  7. ich nie aufgehört habe zu kämpfen.
  8. ich meinen eigenen Weg heute feiern darf.
  9. ich jeden einzelnen kleinen Schritt wertschätze und darauf stolz bin.
  10. ich nie aufgehört habe, an ein besseres Leben zu glauben.

Fazit: 100 Dinge, auf die ich stolz bin

Während ich diese Liste geschrieben habe, sind mir immer wieder Tränen gekommen. Nicht, weil mein Leben so traurig war, sondern weil mir bewusst geworden ist, wie oft ich mich selbst klein gemacht habe.

Viele dieser 100 Dinge wirken vielleicht unscheinbar – kein Preis, keine Medaille, keine Schlagzeile. Und doch sind sie für mich echte Erfolge, weil hinter jedem einzelnen Punkt eine Geschichte steckt. Manche sind voller Schmerz, andere voller Mut und viele voller Zweifel.

Genau deshalb bin ich heute stolz. Nicht darauf, alles geschafft zu haben, sondern darauf, niemals aufgehört zu haben, weiterzugehen.

Falls du diesen Artikel bis hierher gelesen hast, möchte ich dir noch eine kleine Aufgabe mitgeben: Nimm dir ein Blatt Papier und schreibe fünf Dinge auf, auf die du stolz bist. Nicht morgen, nicht irgendwann – sondern heute.

Ich verspreche dir, es fällt am Anfang schwer, aber je länger du schreibst, desto mehr wirst du erkennen, wie viele Kämpfe du bereits gewonnen hast. Vielleicht werden aus fünf irgendwann zehn – und vielleicht, so wie bei mir, irgendwann sogar hundert.

Claudia Mecklenburg

Claudia Mecklenburg

Peer-Mentorin für psychische, seelische & mentale Gesundheit

Ich schreibe nicht über Depression, weil ich sie studiert habe — sondern weil ich sie kenne. Von innen. Über zwei Jahrzehnte, durch Kliniken, Krisen und den langen Weg zurück zu mir selbst. Was du hier findest, sind keine Ratgeber-Texte. Es sind ehrliche Einblicke, Werkzeuge aus der Praxis und Geschichten, die vielleicht auch deine sind.

Aus der Krise. In die Kraft.

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