Der März 2026 war ein Monat, in dem ich gespürt habe, wie weit ich wirklich gekommen bin. Nicht weil alles leicht war – ganz im Gegenteil. Meine Mama lag noch Wochen auf der Intensivstation. Eine Anti-Stigma-Kampagne, die mir viel bedeutet hatte, endete abrupt. Finanzielle Unsicherheit war ein ständiger Begleiter. Und trotzdem – oder vielleicht genau deshalb – war dieser Monat der erste, in dem ich wirklich gespürt habe: Ich bin nicht mehr dieselbe wie vor zwei Jahren. Ich bin aus der Krise. Und ich bin in meiner Kraft.

Wenn ich diesen Monat in einen Satz fasse, dann in diesen: Aus der Krise. In die Kraft.

Fünf Wochen Intensivstation – und das Ende einer langen Ungewissheit

Mitte Februar wurde meine Mama mit einer fast tödlichen Lungenentzündung ins Krankenhaus eingeliefert. Was folgte, waren fünf Wochen Intensivstation – zwei davon im künstlichen Koma. Der Februar-Rückblick hat diese Zeit bereits beschrieben: die Schläuche, die Monitore, das nüchterne Gespräch über eine Patientenverfügung, die nicht existiert.
Der März war für mich der Monat der langen Ungewissheit – und des stillen Wartens. Und dann, heute am 2. April, kommt sie nach Hause.

Da ich seit meiner Rückkehr aus dem Ausland im November 2024 bei ihr auf der Couch wohne, hat mich dieses Gefühl überrascht: Die Zeit alleine in der Wohnung hat mir gutgetan. Ich freue mich, dass sie wieder zu Hause ist – und gleichzeitig nehme ich wahr, was die Stille mir gegeben hat. Diese Fähigkeit, beides gleichzeitig zu fühlen, ohne mich in einem davon zu verlieren – das ist neu für mich. Das ist Wachstum.

Das Ende der Kampagne „Gib Depressionen ein Gesicht“ – und ein klares Zeichen

Seit November 2025 hatte ich die Anti-Stigma-Kampagne „Gib Depressionen ein Gesicht“ mit zwei anderen Betroffenen weitergeführt, nachdem der Initiator im Juli 2025 verstorben war. Über Weihnachten und Silvester kam es zu starken Differenzen im Team. Ende Januar folgte die endgültige Trennung: Ich übernahm die Social-Media-Kanäle, das andere Team behielt die Facebook-Gruppe.

Ich hatte kurzzeitig Zweifel, ob ich die Kampagne überhaupt weiterführen wollte. Anti-Stigma-Arbeit bedeutet mir viel – deshalb habe ich es trotzdem getan. Bis Anfang März 2026. Da löschte Meta die Kanäle, ohne Vorwarnung, ohne Erklärung.
Ich hätte das als Verlust erleben können. Ich erlebe es als Zeichen.

Ein Zeichen, mich auf das zu konzentrieren, was wirklich meine Arbeit ist: Menschen als Peer-Mentorin aus der Krise, in die Kraft zu begleiten. Und hinter diesem Business steckt ein Ziel, das ich hier zum ersten Mal so direkt ausspreche: Ich möchte eines Tages so viel verdienen, dass ich dringend benötigte Therapieplätze für Betroffene finanzieren kann, die sich keine Wartezeit leisten können.

Anti-Stigma-Arbeit führe ich fort – nicht mit einem eigenen Projekt, sondern als Teil meiner Personenmarke. Indem ich mit meiner eigenen Geschichte so sichtbar werde, wie es nur irgendwie möglich ist.

Innere Stärke: Wenn Herausforderungen nicht mehr erschüttern

Was mich im März – und schon im Februar davor – am meisten beschäftigt hat, ist nicht das, was im Außen passiert ist. Es ist, wie ich darauf reagiert habe.

Mama auf der Intensivstation. Finanzielle Unsicherheit. Der Verlust einer Kampagne, die mir etwas bedeutet hatte. Das alles gleichzeitig – und ich bin nicht zusammengebrochen. Ich bin nicht impulsiv geworden. Ich bin nicht emotional-instabil reagiert, wie ich es früher kannte.

Ich habe meine Gefühle angenommen. Durchgefühlt. Und losgelassen.
Diese innere Ruhe, diese Resilienz – ich kann sie kaum in Worte fassen, weil sie sich so fremd und gleichzeitig so richtig anfühlt. Nicht mehr den eigenen Gefühlen ausgeliefert zu sein. Sie wahrzunehmen, sie durchzulassen – und dann trotzdem klar und handlungsfähig zu bleiben.

Ich denke an die Claudia von 2024. An die Claudia, die in Batumi in der Notaufnahme lag. Und ich verstehe jetzt, was der Weg seitdem bedeutet. Nicht nur Überleben. Wachsen.

Business: Endlich wieder Vollgas

Dieser Monat hat sich im Business so angefühlt wie: Jetzt. Endlich. Los.
Ich habe meine Peer-Beratung geschärft und klarer positioniert. Ich habe zwei konkrete Produkte umgesetzt, die mir am Herzen liegen: die kostenlose Checkliste „Die 10 größten Schlafkiller bei Depressionen“ und den PDF-Guide „Die perfekte Abendroutine für besseren Schlaf bei Depressionen und Schlafstörungen“. Beide sind jetzt draußen. Beide sind echt. Beide spiegeln das wider, was ich wirklich für meine Zielgruppe tun möchte: einen ersten, spürbaren Schritt ermöglichen.
Und ich bin wieder sichtbarer auf Social Media. Nicht lauter – bewusster.

Was mich besonders beschäftigt und worauf ich mich sehr freue: Ich arbeite derzeit an meinem Peer-Mentoring – einer Begleitung über 12 Monate. Das ist die tiefste Form meiner Arbeit. Kein Programm mit Modulen. Ein echter Raum, der bleibt. Die erste Durchführung ist für Mai 2026 geplant.

Diese Bücher habe ich im März 2026 gelesen:

  • wird noch ergänzt.

Diese Blogartikel habe ich im März 2026 veröffentlicht:

Mein Ausblick auf April 2026

Ich möchte mehr auf meine körperliche Gesundheit achten. Kleine, konsequente Schritte – nicht große Vorsätze.
Ich werde meine Arbeit als Peer-Mentorin weiter bekannt machen. Das Konzept ist in Deutschland noch relativ unbekannt – und ich glaube, genau das ist meine Aufgabe: zu zeigen, was Peer-Mentoring ist, was es kann und warum es einen Unterschied zur Therapie macht.

Und ich werde mein 12-Monate-Peer-Mentoring fertigstellen.

2 Kommentare

  1. Liebe Claudia,
    „Nicht überleben. Wachsen.“ – diesen Satz nehme ich für mich mit, weil er für all das steht, was uns aus dem Fahrwasser wirft, uns durchrüttelt, erschüttert, verletzt und straucheln lässt. Im ersten Moment schalten wir in den Überlebensmodus (hoffentlich!), um dann auszuruhen, Kraft zu tanken und aufzustehen.
    Das sind alles so banale Worte und Sätze, doch wenn wir sie 1:1 für wahr betrachten, ist genau das unser Weg, unsere Chance, unser Leben proaktiv zu leben und nicht nur auf die Fährnisse zu reagieren.
    Ich selbst habe rein emotional einen üblen März hinter mir, mein Partner hat sich von mir getrennt (weil seine Krankheit alle Energie raubt), mein Onkel ist gestorben und ich habe mir den Fuß gebrochen.
    Ich wurde herausgeschleudert aus gefühlter Sicherheit, Glück und Zugehörigkeit, bin nun wieder auf mich allein gestellt.
    Und was darf ich sagen: Es geht! Ich komme zurecht. Ich lebe und wachse weiter, an mir und den Erfahrungen.
    Breite die Arme aus in froher Erwartung, was noch kommt.
    Nächstes Wochenende werde ich 60 Jahre alt sein und freue mich auf mein letztes Lebensdrittel.

    Ich freue mich für dich, dass du dich spürst, erkennst, was du brauchst und dir wichtig ist.
    Das sind die wichtigsten Erkenntnisse, oder?
    Herzlichst
    Gabi

    Antworten
    • Liebe Gabi,
      vielen Dank für deine Offenheit und den sehr privaten Einblick in deine Herausforderungen im März. Ich freue mich sehr zu lesen, dass du trotz der eher unschönen Erlebnisse & Erfahrungen eine doch sehr positive Sichtweise auf die Dinge hast.

      Und ja – sich selbst und das, was gerade wirklich wichtig ist, zu spüren/wahrzunehmen, ist mit das beste Geschenk, dass ich aus den knapp 1,5 Jahren „Krise“ erhalten durfte.

      Von Herzen Danke für deine lieben Worte, Gabi. Ich wünsche dir möglichst angenehme Feiertage.
      Alles Liebe,
      Claudia

      Antworten

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Claudia Mecklenburg

Claudia Mecklenburg

Betroffene | Wegbegleiterin | Mutmacherin

Ich glaube an eine Welt, in der Menschen in emotionalen Krisen Unterstützung, Verständnis und echte Hoffnung erleben können.

Als Peer-Mentorin und öffentliche Stimme für mentale, seelische und psychische Gesundheit begleite ich mit ehrlichen Impulsen, Selbstreflexions-Tools und eigenen Erfahrungen auf dem Weg zu mehr innerer Stabilität, Selbstverständnis und einem Leben, das sich wieder authentisch anfühlt.

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