Der Moment, der alles verändert hat
Ende Oktober 2024. Batumi, Georgien. Nach knapp 10 Jahren mit psychischer Stabilität, liege ich nach einer fast 2 Monate andauernden emotionalen Krise in der Notaufnahme eines Krankenhauses und dieser Moment wird der wichtigste Wendepunkt in einem langen Erfahrungsbericht mit Depression, der bereits mit 19 Jahren begann.
Diesmal ist es anders als die Male davor. Nicht anders im Sinne von: weniger schlimm. Sondern anders im Sinne von: Ich bin müde. Wirklich müde. Nicht von dem, was gerade passiert ist — sondern von der Art, wie ich all die Jahre davor gelebt habe. Funktionierend. Maskiert. Mit dem ständigen Gefühl, dass irgendjemand irgendwann merkt, wie es mir wirklich geht — und anschließend wegläuft.
In diesem Moment schwor ich mir etwas. Nicht laut. Nicht dramatisch. Doch innerlich mit einer Tiefe, die alles verändern soll:
Wenn ich das heile überstehe und es irgendwie zurück nach Deutschland schaffe, übernehme ich radikal Verantwortung. Für mein Leben. Für meine Vergangenheit. Für meine Gesundheit.
Am 01. November 2024 landete ich wieder in Deutschland. Und ich halte bis heute mein Versprechen, in dem ich anderen als Peer-Mentorin eine helfende Hand inmitten von emotionalen Krisen reiche.
Mein Erfahrungsbericht mit Depression: Von der Diagnose bis heute
Ich bin mit 19 Jahren das erste Mal in einer psychiatrischen Klinik eingewiesen worden. Monate zuvor die Diagnose von meiner damaligen Psychiaterin: Schwere Depression — die Diagnose klang damals wie ein Urteil. Wie eine Schublade, in die ich von nun an gehörte.
Was folgte, waren Jahre, die ich heute kaum noch linear beschreiben kann: jährliche Klinikaufenthalte, vier Ausbildungen, die ich begann und nicht beenden konnte. Das Gefühl, dass alle anderen irgendwie wissen, wie das Leben geht, nur ich nicht. Das Wort Berufsunfähigkeit wurde nach meinem ersten Suizidversuch zu einem Teil meiner Identität, den ich trug, ohne zu wissen, ob ich ihn je wieder ablegen könnte.
Doch dann geschah etwas anderes: Ein kleines Aufflackern von Sinn in meinem Leben, als ich etwas tat, das sich echt anfühlte. 2015 begann ich, einen Singer-Songwriter mit einem kleinen Fan-Blog zu begleiten — ohne Plan, ohne Strategie. Aus dem Blog wurde, durch den Support einer weiteren Band, eine Selbstständigkeit als Bandmanagerin, aus der sich eine eigene Agentur entwickelte. Ich gründete, ich führte, ich 2018 schloss ich diese nach einer Krise wieder. Doch ich merkte: Solange ich einen Sinn im Leben hatte, hatte ich Boden unter den Füßen. Und die Selbstständigkeit tat mir richtig gut – ich orientierte mich komplett neu. 2019 schaffte ich durch die Selbstständigkeit als Freelancerin für Webdesign den lange ersehnten Absprung vom Jobcenter.
2021 löste ich meine Wohnung auf und wurde Digitale Nomadin. Ich lebte auf drei Kontinenten, arbeitete als Webdesignerin — und lief dabei die ganzen Jahre vor mir selbst weg. Was ich nicht wusste: Man nimmt sich immer mit, auch wenn du bis ans Ende der Welt reist.
Im September 2023 war ich in Marrakesch, als das Erdbeben kam. Ich saß mittendrin, ich überlebte — und sagte allen, es gehe mir gut. Und funktionierte weiter.
Bis ich im August 2024 in Batumi in die heftigste emotionale Krise meines bisherigen Lebens fiel. Und bis zu dem Schwur in der Notaufnahme im Oktober 2024.
Was seitdem passiert ist: Ich höre auf zu laufen. Ich schaue hin — auf das, was wirklich da ist. Eine emotionale Abhängigkeit, die ein in mir ein tief sitzendes Kindheitstraumata aktivierte und erneute starke Suizidgedanken, welche ich diesmal — zum ersten Mal in meinem Leben — aktiv unterbrach, bevor ich komplett den Boden verlor.
Die letzte andauernde Krise von August 2024 bis zur Entlassung aus der Psychiatrie prägte mich immens. Im Oktober 2025 traf ich eine Entscheidung, von der ich weiß, dass sie stimmt: Ich legte meine Selbstständigkeit als Freelancerin für Webdesign komplett auf Eis und wurde Peer-Mentorin für psychische, seelische und mentale Gesundheit. Nicht weil ich fertig bin. Sondern weil ich weiß, wie es ist, wenn kein eigener Halt da ist und wie es sich anfühlt, wenn dir jemand inmitten deiner eigenen Krise bedingungslos eine helfende Hand reicht.

Was Peer-Mentoring ist — und was es nicht ist
Peer-Mentoring bedeutet: Begleitung durch jemanden, der selbst durch das gegangen ist, was du gerade erlebst. Nicht als Expertin mit Studium. Als Mensch mit eigener Erfahrung.
Ich bin keine Therapeutin. Ich ersetze keine Psychologin, keinen Psychiater, keine Klinik. Wenn du professionelle Behandlung brauchst — dann such sie bitte. Das sage ich ohne Zögern, weil ich weiß, wie wichtig das ist.
Was ich bin, und was Therapie oft nicht leisten kann: Ein Raum ohne Warteliste. Ohne Diagnosesprache. Ohne das Gefühl, nach 50 Minuten unterbrochen zu werden, während du gerade mittendrin bist.
Ich bin die Frau, die nicht nickt und sagt: Ich verstehe — weil sie es aus dem Lehrbuch gelernt hat. Sondern weil sie sich erinnert. An die Nächte, in denen kein Schlafen kam. An das Aufstehen, das mehr Kraft kostete als alles andere. An das Funktionieren, das sich von innen hohl anfühlt. An Emotionen die einen plötzlich überfluten und dich impulsiv reagieren lassen.
Peer-Mentoring heißt: Du musst mir nicht erklären, wie sich das anfühlt. Ich weiß es bereits.
Das bedeutet jedoch auch klare Grenzen — und die kommuniziere ich transparent: Ich begleite. Ich zeige dir, was mir geholfen hat. Ich halte einen Raum, in dem du keine Maske brauchst. Ich bin kein Kriseninterventionsdienst und kein Ersatz für psychiatrische Notfallversorgung.
Warum ich erst jetzt anfange
Ich hätte früher als Peer-Mentorin anfangen können. Ehrlich gesagt: Ich war damals nicht bereit — auch wenn der Gedanke nicht neu ist.
Durch meine Selbstständigkeit ab 2015 war ich fast zehn Jahre lang nahezu symptomfrei. Solange ich einen Sinn hatte, hatte ich Boden unter den Füßen — das hatte ich bereits gelernt. Und 2020, mitten in einer Ausbildung zum Lifecoach, fragte ich mich zum ersten Mal ernsthaft: Könnte ich meine eigenen Erfahrungen mit Depression irgendwann weitergeben? Der Gedanke war da. Doch die Zeit war noch nicht reif dazu.
Es braucht mehr als eine eigene Krisengeschichte, um andere begleiten zu können. Es braucht die Bereitschaft, hinzuschauen — wirklich hinzuschauen. Auf das, was passiert ist. Auf die Muster, die sich wiederholt haben. Auf den Moment, in dem man aufhört vor sich selbst weg zu laufen.
Was mich in den letzten 2 Jahren schließlich in eine neue Richtung gelenkt hat, war kein Programm und kein Plan. Es war ein Mensch. Dieser streckte mir mitten in meiner schwersten Krise eine Hand entgegen — ohne Erwartungen, ohne Bedingungen, ohne Urteil. Dieser Moment hat mir gezeigt, was wirklich heilt. Nicht die Methode. Der Mensch, der einfach da ist und bei dem du dich so sicher fühlst, dass du alle deine Masken fallen lässt und gleichzeitig dir selbst gegenüber radikal ehrlich wirst.
Dieser Moment war für mich in meiner Krise zwischen August & Oktober 2024. Und was seitdem passiert ist — die Therapiegespräche in der Akutklinik, die Konfrontation mit dem Kindheitstrauma, das bewusste Unterbrechen eines alten Musters im Frühjahr 2025 — hat mich nicht perfekt gemacht. Es hat mich ehrlicher mir selbst gegenüber gemacht.
Ich starte jetzt, weil ich bereit bin. Nicht weil ich alle Antworten habe — sondern weil ich die wichtigste Frage aus eigener Erfahrung kenne:
Wie geht man weiter, wenn kein Boden da ist?
Und weil ich aus meinen Erfahrungen ich weiß: Es geht. Einen Schritt, nach dem nächsten.
Was dich hier erwartet
Keine aufgeräumten Erfolgsgeschichten. Keine Hochglanzversprechen. Keine fünf Tipps, die dein Leben sofort verändern.
Was du hier bekommst: einen Erfahrungsbericht mit Depression, der ehrliche Einblicke in meinen Heilungsweg gibt — laufend, nicht abgeschlossen. Konkrete kleine Schritte, die wirklich helfen, wenn man kämpft. Und einen Raum, in dem Erschöpfung kein Versagen ist.
Mein erster Schwerpunkt ist Schlaf — weil ich selbst erlebt habe, wie meine Depression meinen Schlaf sabotiert hat, und wie umgekehrt der Schlafmangel meine Stimmung am nächsten Morgen in den Keller gezogen hat. Dieser Kreislauf ist real. Und er lässt sich unterbrechen.
Ich habe selbst erlebt, wie meine Depression meinen Schlaf Nacht für Nacht sabotiert hat — und wie der Schlafmangel meine Stimmung am nächsten Morgen mit in den Keller zog. Dieser Kreislauf hat sich verändert. Nicht durch einen großen Schritt, sondern durch das Verstehen, welche meiner Verhaltensweisen meinen Schlaf aktiv schlechter gemacht haben.
Erst mit diesem Verständnis konnte ich beginnen, mit kleinen Schritten etwas zu verändern — und dieser erste bessere Schlaf war der erste echte Beweis: Ich kann etwas verändern. Auch ich.
Genau das habe ich in einem kostenlosen Guide zusammengefasst:

Du brauchst keine Vorbereitung. Keinen perfekten Moment. Nur heute Abend — und einen einzigen ersten Schritt.
Wer einmal spürt: Ich habe das gemacht, ich alleine — der hat den ersten echten Beweis, dass Veränderung möglich ist. Auch für sich.







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